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Workation an der Ostsee – die dänisch-schwedische Seite

Ostsee und Arbeiten passt gut zusammen – nur schaut dabei fast jeder auf die deutsche Küste. Wir haben die andere Seite geprüft: die dänischen Inseln, Kopenhagen und Malmö, Haus für Haus auf Schreibtisch und WLAN.

Titelbild: Bob Collowan / Wikimedia Commons, CC BY-SA 3.0

An der deutschen Ostseeküste ist Workation inzwischen ein eigener Markt – mit Coworking-Resorts auf Rügen und Usedom und entsprechenden Preisen in der Saison. Was dabei leicht untergeht: Die Ostsee hat zwei Seiten, und die dänische beginnt eine Dreiviertelstunde hinter Fehmarn. Wir haben sie geprüft, wie wir alles prüfen – Haus für Haus, mit Beleg für Schreibtisch und WLAN. Ergebnis: 34 Unterkünfte zwischen den Kreidefelsen von Møn und der Malmöer Innenstadt.

Für die dänische Seite sprechen zwei nüchterne Gründe. Erstens die Hotels selbst: In Dänemark gehört der Schreibtisch zur Zimmer-Grundausstattung wie anderswo der Fernseher – bei unserer Prüfung bestätigten selbst kleine Badehotels auf den Inseln den Desk auf der eigenen Website. Zweitens das Netz: Dänemark liegt beim Breitbandausbau seit Jahren in der europäischen Spitzengruppe, und das reicht bis in die Provinz. Das schnellste Insel-WLAN unseres gesamten Portfolios steht nicht in Kopenhagen, sondern in Sakskøbing auf Lolland.

Møn, Falster, Lolland: die stillen Inseln

Die drei Inseln südlich von Seeland sind das Kontrastprogramm zu Rügen: dieselbe Ostsee, dieselben Kreidefelsen (Møns Klint steht den Kreidefelsen von Rügen in nichts nach), aber keine Seebäder-Architektur und deutlich weniger Betrieb. Gearbeitet wird hier in kleinen Hotels statt in Apartments – das heißt: Schreibtisch ja, eigene Küche meist nein, wer länger bleibt, isst auswärts oder fragt nach der Gemeinschaftsküche.

Alle Häuser mit Preisen und Karten: Møn · Falster · Lolland.

Bornholm: die Insel für den langen Sommer

Bornholm liegt weiter draußen als alles andere in dieser Liste – von Deutschland kommt man per Fähre ab Sassnitz oder über Kopenhagen und Ystad. Dafür bekommt man die sonnenreichste Ecke Dänemarks und mit Rønne einen Hauptort, der auch außerhalb der Saison funktioniert. Sechs Häuser haben die Prüfung bestanden, darunter das Fredensborg Badehotel in Rønne – mit 9,1 das bestbewertete Haus der Insel, Desk wörtlich auf der Hotelseite genannt – und das Hotel Gudhjem im wohl schönsten Hafenort der Insel. Eine Eigenheit fürs Kleingedruckte: Im Stammershalle Badehotel an der Nordküste steht der Schreibtisch nur in der Towersuite und der Suite mit Meerblick – die Standardzimmer haben keinen. Alle sechs: Bornholm-Übersicht.

Die Burgruine Hammershus auf Bornholm über der Ostsee
Hammershus auf Bornholm. Foto: aconcagua / Wikimedia Commons, CC BY-SA 3.0

Kopenhagen und Malmö: Ostsee mit Großstadt-Netz

Wer belegtes schnelles Internet braucht statt „WLAN frei, keine Mbit-Angabe", fährt an den Öresund. In Kopenhagen stehen drei der acht geprüften Häuser mit konkreten Zahlen da: das Apēron Apartment Hotel mit symmetrischen 100 Mbit, Küche und Gratis-Waschmaschine, die Rosenborg Hotel Apartments mit 500/500 Mbit und echten Schlafzimmern (beide tragen bei uns „Top für Remote") und das Hypernym Hotel & Suites mit 250 Mbit und 24-Stunden-Business-Center.

Malmö auf der schwedischen Seite ist die preiswertere Schwester mit kurzen Wegen – und interessant für alle, die richtig lange bleiben wollen: Das The More Hotel Mazetti vermietet seine Studios mit Kitchenette bis zu drei Monate am Stück, das Unity Malmö sogar bis 180 Nächte. Dazu kommt mit dem Ohboy Hotell ein Loft-Studio-Haus, das als Fahrradhotel konzipiert ist – Schreibtisch und Küche inklusive, ein separates Schlafzimmer allerdings nicht. Alle Häuser: Kopenhagen · Malmö.

Der bunte Hafen Nyhavn in Kopenhagen
Nyhavn, Kopenhagen. Foto: Dietmar Rabich / Wikimedia Commons, CC BY-SA 4.0

Ehrlich gesagt: das WLAN auf den Inseln

Damit kein falscher Eindruck entsteht: Auf den kleinen Inseln ist das WLAN in fast allen geprüften Häusern als frei und nutzbar belegt, aber selten mit einer konkreten Mbit-Zahl – die Badehotels machen dazu schlicht keine Angaben, und Gäste messen dort seltener nach als in Business-Hotels. Die Ausnahmen mit Zahl stehen oben. Wer vom Zimmer aus täglich mehrere Videocalls fahren muss, ist am Öresund auf der sichereren Seite; wer vor allem konzentriert schreiben, rechnen oder lesen will und für den Call zur Not aufs Handynetz ausweichen kann, wird auf den Inseln glücklich. Was wir je Haus wissen, steht mit Datum an der Unterkunft – wie überall bei uns, siehe unser Prüfprozess.

Anreise: Fähre oder Brücke

Die dänischen Inseln sind von Norddeutschland aus näher, als ihr Ruf vermuten lässt. Mit dem Auto führen zwei Wege übers Wasser: die Scandlines-Fähre Puttgarden–Rødby (45 Minuten, direkt nach Lolland) und Rostock–Gedser (knapp zwei Stunden, direkt nach Falster – Details auf unserem Fähren-Portal rostockgedser.de). Møn hängt per Brücke an Seeland, Bornholm erreicht man per Fähre ab Sassnitz auf Rügen. Nach Kopenhagen fährt ab Hamburg mehrmals täglich ein direkter EC, und Malmö liegt von dort nur die Öresundbrücke entfernt – wer ohne Auto anreist, findet mehr Ziele im Ratgeber Mit dem Zug zur Workation.

Und wenn es doch die Sonne sein soll statt der Seewind: Alle 193 geprüften Küsten-Unterkünfte – von der Ostsee bis Zypern – stehen gesammelt auf der neuen Übersicht Workation am Meer.

Alle Ziele auf der Karte ansehen →

Häufige Fragen

Warum listet ihr keine Unterkünfte an der deutschen Ostseeküste?

Weil wir sie noch nicht geprüft haben – gelistet wird bei uns nur, was die Einzelprüfung durchlaufen hat. Die dänisch-schwedische Seite war zuerst dran, weil dort Schreibtisch und schnelles Netz auch in kleinen Häusern verlässlich belegbar sind. Die deutsche Küste steht auf der Kandidatenliste.

Wann ist die beste Zeit für eine Ostsee-Workation?

Auf den Inseln Mai bis September – lange Tage, badbares Wasser, alles geöffnet. Kopenhagen und Malmö funktionieren ganzjährig; dort verlagert sich das Leben im Winter nach drinnen, aber Netz, Schreibtisch und Stadt bleiben dieselben.

Brauche ich für Dänemark und Schweden etwas Besonderes?

Nein – beides sind EU-Länder ohne Visumsfrage für EU-Bürger. Bezahlt wird in dänischen bzw. schwedischen Kronen, praktisch überall mit Karte. Die Zeitzone ist dieselbe wie in Deutschland, Team-Calls verschieben sich also um nichts.

Alle Angaben zu Arbeitsplatz und WLAN wurden redaktionell recherchiert (Anbieterangaben, Buchungsportale, Gästebewertungen) und mit Datum versehen. WLAN-Angaben ohne Gewähr für Videocall-Tauglichkeit. Preise sind Beispielwerte inkl. Steuern für einen 2-Nächte-Zeitraum. Buchungslinks sind Partner-/Affiliate-Links. Wie wir prüfen →