Buchungsportale beantworten die Frage „Kann ich hier arbeiten?" nicht. Ein Filter für „Arbeitsplatz" trifft dort auch die Konsole in Hüfthöhe, und „WLAN inklusive" sagt nichts darüber, ob das Netz einen Videocall übersteht. Also prüfen wir selbst – Haus für Haus. Der Prozess hat drei Schritte.
Schritt eins ist eine breite Vorauswahl über Daten: Für jedes Ziel ziehen wir den kompletten Unterkunftsbestand aus den Buchungssystemen – bisher über 7.000 Häuser – und sortieren nach Bauform, Kapazität und Lage vor. Ein Riad mit vier Betten und ohne jede Arbeitsplatz-Erwähnung fliegt hier schon raus, bevor jemand Zeit investiert.
Schritt zwei ist die Einzelrecherche, und sie ist der eigentliche Kern: Für jedes Haus, das in die engere Wahl kommt, suchen wir Belege – Ausstattungslisten der Anbieter, Grundrisse, Zimmerfotos, Gästebewertungen, die das Arbeiten erwähnen, konkrete Mbit-Angaben, wo es sie gibt. Jeder Beleg wird mit Fundstelle und Datum gespeichert und steht als Quelle an der Unterkunft. Bisher haben 861 Häuser diese Einzelprüfung durchlaufen.
Schritt drei ist das Verdikt, und die Regel dafür ist hart: Gelistet wird nur, wenn ein echter Schreibtisch belegt ist und das WLAN mindestens als zuverlässig nutzbar gilt. „Vermutlich okay" gibt es nicht – ein Haus mit gutem Schreibtisch, aber unbelegtem WLAN wird nicht gelistet, auch wenn es sonst hervorragend wäre. So sind von den 861 einzeln geprüften Häusern 501 durchgefallen: eine Ablehnungsquote von 58 Prozent. Die zwei häufigsten Gründe sind der Phantom-Schreibtisch (auf dem Foto eine Ablage, davor ein Hocker) und das unbelegbare WLAN – darunter auch Häuser großer Ketten, deren Netz laut Gästebewertungen Videokonferenzen ausbremst oder blockiert.
Was übrig bleibt, wird eingeordnet statt schöngerechnet: „Top für Remote" tragen nur Häuser, bei denen Arbeitsplatz, schnelles Internet und Langzeit-Eignung zusammen belegt sind – aktuell acht von 360. Der Rest ist „Remote-geeignet", mit dem, was wir wissen, sichtbar an der Karte: separater Arbeitsraum, Langzeit-Eignung, Mbit-Zahl, wenn es eine gibt, und das Datum der letzten Prüfung.
Zwei Dinge sagen wir dazu offen. Erstens: WLAN-Belege sind Momentaufnahmen – ein Router lässt sich austauschen, in beide Richtungen. Deshalb steht an jeder Unterkunft das Prüfdatum, und deshalb garantieren wir keine Videocall-Tauglichkeit. Zweitens: Buchungslinks sind Partnerlinks, wir verdienen an Buchungen mit. Am Verdikt ändert das nichts – jedes gelistete Haus läuft über denselben Linktyp, eine Ablehnung kostet uns also genauso viel Provision wie eine Listung uns bringt. Die 501 abgelehnten Häuser wären sonst nicht abgelehnt.